"WAZ-Aktion Fluthilfe Asien"
 
 

 
30.12.2004 / AUS DEM WESTEN / MANTEL
 
Helfen - als Signal für die Zukunft
"WAZ-Aktion Fluthilfe Asien" ruft zu Spenden
für die Kinderklinik in Galle auf
 
Von Michael Friese und unseren Reportern WAZ Essen/Galle. Galle, die Stadt im Süden Sri Lankas, wurde von der Flut fast komplett zerstört. Dr. Buddhika Senevirathna, Arzt in Galle, berichtet von der einzigen Kinderklinik der Region. Auch sie wurde zerstört. Die WAZ hat die Spendenaktion "Fluthilfe Asien" ins Leben gerufen. WAZ-Leser können helfen. Die Stadt Galle ist ein Trümmerfeld. Mittwoch wurden in Sri Lanka 22 500 Todesopfer beklagt. Hütten am Strand, Häuserreihen wurden zerstört. Bis zu eineinhalb Kilometer tief sind die Wassermassen in die Stadt eingedrungen.
 
Besonders die Kinder sind betroffen. Sie sind zum Teil schwer verletzt, haben ihre Eltern verloren, brauchen dringend Hilfe. Doch die einzige Geburts- und Kinderklinik in Galle, die auch für die gesamte Region zuständig ist, wurde schwer beschädigt.
 
Fast schon ein Wunder, dass es möglich ist, mit Dr. Buddhika Senevirathna am Telefon zu sprechen. Er erzählt von der Kinderklinik, dem "Mahamodre-Hospital". "Wasserleitungen und die Elektrizität funktionieren nicht mehr", sagt der Arzt und macht eine Pause, die bedeutet: Werden die Leitungen nicht repariert, kann das Krankenhaus nicht mehr funktionieren.
 
Die Klinik ist so gut wie zerstört. Doch die Patienten befanden sich im ersten und zweiten Stock des Gebäudes. "Gottseidank", so der Arzt. "Es gab keine Toten und Verletzten." Aber es gibt nun auch keine Möglichkeit, die etwa 250 Patienten, die in entfernte Krankenhäuser verlegt wurden, vor Ort zu behandeln. Dr. Buddhika Senevirathnas Stimme wird rau. "Zurzeit", sagt er "braucht das Hospital dringend Gelder für die umfangreichen Reparaturen". Die Klinik ist komplett geräumt. Die "WAZ-Aktion Fluthilfe Asien" will den Aufbau der Klinik und die Aufbauarbeiten in der Region um Galle unterstützen.
 
Augenzeuge der Flutkatastrophe wurde der Essener Rechtsanwalt Stephan Holthoff-Pförtner, der das Unglück nur durch einen Zufall überlebt hat: Als die Riesenwoge durch die unteren Flure seines strandnahen Hotels schoss, befand er sich oben.
 
Genau so gut hätte er an diesem Vormittag im Untergeschoss sein können, sagt er. Holthoff-Pförtner ist dort geblieben, um Hilfsprojekte zu unterstützen. "Es gibt hier keine Familie mehr ohne Todesopfer", sagt Holthoff-Pförtner. Jetzt wegzufahren, hätte er "als Schlag ins Gesicht dieser armen Menschen empfunden". Der Anwalt war gemeinsam mit Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl unterwegs. Ein Prominenten-Bonus sei nie vergeben worden, so Holthoff-Pförtner: "Helmut Kohl hat keine Extrabehandlung erfahren. Anderslautende Meldungen verbreiten dummes Zeug. Wir sind wie hunderte andere auch auf Koffern sitzend in einem Militärhubschrauber ohne Sitze, in dem sonst Reissäcke transportiert werden, aus dem Katastrophengebiet ausgeflogen worden. Die Region wurde evakuiert. Dort gibt es jetzt weder Strom noch Wasser. Außer Handys geht hier nichts. Straßen waren für Autos nicht befahrbar."
 
Wegzufahren war für Holthoff-Pförtner keine Frage: "Jetzt beginnen die Aufräumarbeiten, da können wir nicht abhauen. Die Menschen, die hier arbeiten, haben uns gebeten zu bleiben. Hotels sind hier die größten Arbeitgeber." Kohl: "Wir haben uns entschieden, hier zu bleiben, um den Menschen dort das Signal zu geben, dass wir an ihre Zukunft glauben."
 
Damit das Leben weitergehen kann, braucht die Region Hilfe. Deshalb ruft diese Zeitung mit der "WAZ-Aktion Fluthilfe" ihre Leser auf zu spenden.
 
 
SO HELFEN SIE
 
Spendenkonto Caritasverband, Bistum Essen Kontonummer 80 888 Bank im Bistum Essen BLZ 360 602 95
 
Stichwort: "WAZ-Aktion Fluthilfe Asien"